Autorin und Lebenskünstlerin
Nina Dorizzi-Mahler

12.September 1944 bis 6.November 2008

Am 6.November ist dein Lebenslicht sanft erloschen.
Dein Schaffen, deine markante Persönlichkeit
hinterlassen tiefe Spuren in unseren Herzen.


Erinnerungen

Insgeheim wünschte sich die damals 16jährige Nina in ihrem Liebeskummer
eine Krankheit herbei;
nur eine oder zwei Wochen krank sein, damit sich alle um sie kümmern müssten.

Mit einer bleibenden Behinderung hatte sie eigentlich nicht gerechnet ...
Kinderlähmung mit einer lebenslangen Abhängigkeit von einem Atemgerät war die Diagnose.

Dies war wohl nicht die erste Prüfung im Leben von Nina Dorizzi; das Mädchen wurde von ihrer russischen Oma, liebevoll "Babuschka" genannt, aufgezogen. Ihre Mutter war allein stehend und musste arbeiten. Ninas Muttersprache war russisch, erst in der Schule lernte sie deutsch.

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Die DVD kann bei Aldo Gugolz bestellt werden


Babuschka und KleinNina

 
kleines mädchen

kleines mädchen
frierst du so
willst du nicht sehen
kleines mädchen
staunst du so

willst du nicht hören
kleines mädchen
weinst du so
willst du nicht fühlen

kleines mädchen
was ist los
willst du sterben
nicht sehen nicht hören

nicht fühlen

sterben

herbst 86
© nina dorizzi-mahler

 

Nach der Diagnose Polio folgte ein 12 Jahre langer Aufenthalt in der Zürcher Uniklinik. Im Spital lernte Nina dann auch ihren zukünftigen nicht behinderten Ehemann Urs kennen, den sie 1972 heiratete.

Die Krankenkasse war damals der Meinung, dass ein mobiles Atemgerät für die junge Frau zu teuer sei. Doch weder Nina noch ihre Freunde, Mitschüler und Lehrer waren dieser Meinung: Sie sammelten Zeitungen und wuschen Autos, um Ninas Wunsch nach einem unabhängigen Leben zu unterstützen. Kaum saß sie auf eigenen vier Rädern, gründete sie in Effretikon eine Wohngemeinschaft. Sie lebte in Winterthur, wo sie als Gemeinderätin (SP) fungierte. Sie musste ihr Mandat wegen eines Burnouts abtreten. Langsam treten fiel Nina außerordentlich schwer.

Nina begann am Alfred Adler InvidualPsychologie zu studieren und plante die ersten Hilfsaktionen in ihrer zweiten Heimat Russland.

1980 organisierte die Powerfrau mit einer ebenfalls behinderten Psychologin und deren Gesprächsgruppe, zu der auch Nina gehörte, in Bern die erste Behindertendemonstration der Schweiz. Danach setzte sie sich als engagierte Politikerin für die Belange behinderter Menschen und anderer sozialer Randgruppen im Parlament der Stadt Winterthur und allgemein ein.